Homepage von Ute und Wolfgang Boock Homepage von Ute und Wolfgang Boock Topographie


Dänisch-Nienhof Adliges Gut an der Ostsee in der Eckernförderharde. Der Haupthof liegt 2 ½ Meilen(*) östlich von Eckernförde im Kirchspiel Krusendorf. Im Jahre 1650 stand es mit dem Gut Kaltenhof in der Landesmatrikel (Verzeichnis aller Güter) mit 56 Pflügen(*) . 1667 mit 51 Pflügen, später nach der Trennung von Kaltenhof und nachdem 2 ½ Pflüge an Bülck überlassen wurden, zu 11 ½ Pflügen und Hohenhain das davon abgelegt wurde, zu 4 Pflügen. Besitzer: 1486 die Familie "von der Wisch", im Anfang des 17 Jahrhunderts "von Sehestedt", 1630 "von Blome", 1750 "von Oertz", 1753 "von Revenfeld", darauf "von Wibel und Hasche" und im Anfang des 19. Jahrhunderts Graf von Rantzau. Der jetzige Besitzer ist Senator Adami in Bremen.
Das Gut hat eine hohe und sehr anmutige Lage und ist fast ganz von Wäldern umgeben. Zwischen dem Garten und der Ostsee liegt die Ziegelhölzung, welche von einer Allee durchschnitten ist und vormals Pavillions, Grotten und Wasserfälle enthielt. Das vor mehreren Jahren erbaute neue Wohnhaus ist ein massives sehr gut eingerichtetes Gebäude. Zum Gut gehören die Dörfer Surendorf und Stohl und 2 Erbpachtstellen. Zwei Häuser heißen Wasserbeck und Ziegelhof. Ein Armenhaus(*) und eine Schule wurden von Bendix von Blome 1658 gestiftet. Das mit einer Kapelle versehene Stiftungsgebäude wurde 1833 abgebrochen und nur ein Schulhaus wurde wieder gebaut. Der Flächeninhalt des Gutes beträgt 1838 Tonnen(*) , 170 Tonnen Wald und 38 Tonnen Moor. - Der Acker ist durchgehend sehr gut, zum teil fetter Lehmboden. Die Wiesen waren vormals größtenteils Fischteiche und der Boden ist überhaupt sehr reich an Quellen. - Einzelne Hofkoppeln heißen: Bushörn, Pellmoor, Schönberg und Stolshorst. Auf dem Hoffelde befinden sich ein mit großen Steinen eingefasster Opferhügel und ein Grabhügel mit einer unversehrten Grabkammer. Zahl der Einwohner: 522 Personen.
Quelle: Joh. von Schröder, Topographie des Herzogth. Schleswig
Transcribtion des deutschen Textes: Ute Boock(*) Erklärungen für Begriffe mit diesem Hinweis (*), finden Sie hier .


Dingen zerstreut liegendes Dorf in Süderdithmarschen, Kirchprovinz und Kirchspiel Eddelack. - Das Dorf selbst besteht aus 9 Höfen und Stellen (*) nebst einer Windmühle. - Östlich läuft zwischen der Marsch ein Sandgebiet, das mit vielen Häusern bebaut ist und das Sandhägen genannt wird. Daran schließt sich im Osten, ein aus angebauten Dünen bestehendes und Dinger-Donn genanntes Gebiet an. Es ist mit 27 Häusern bebaut. Die Einwohner von Dinger-Donn mussten früher, auf dem in der Nähe liegenden Gut Friedrichshof, Hofdienste leisten. 7 Häuser heißen Kempenberg. Schule in Sanhägen mit 90 Kindern. Einwohnerzahl: 470 Personen, worunter 1 Krämer, 1 Höker, 1 Bäcker, 1 Schlachter und mehrere Handwerker. Windmühle, 2 Wirtshäuser. Die ganze Donnkette mit den Dörfern Dingen, Warfen und Averlack wird auch Eddelacker-Donn genannt. Dingen zerfiel ehemals in Süder- und Norder-Dingen
Quelle: Joh. von Schröder, Topographie des Herzogth. Schleswig
Transcribtion des deutschen Textes: Ute Boock(*) Erklärungen für Begriffe mit diesem Hinweis (*), finden Sie hier .


Drage (vorm. Friedrichsruhe), adeliges Gut im Itzehoer Güterdistricte zwischen der Herrschaft Breitenburg und dem Amt Rendsburg, jetzt als Königl. Domaninalgut im Besitze der Landesherrschaft; der Hof liegt 1 1/4 Meilen (*) nördlich von Itzehoe im Kirchspiel Hohenaspe.

Schon 1148 wird ein Ritter Etheler v. Drage erwähnt. Das jetzige Gut ist hauptsächlich aus Streugütern der Familie Krummendiek in dieser Gegend, namentlich auch aus dem ehemaligen Gute Aspe (s. Hohenaspe), sowie aus dem Gute Wedeldorf (siehe Christinenthal) gebildet. Als Besitzer der zu Drage gehörigen Orte kommen vor: 1306 Heinrich Wittekop Krummendiek, 1336 der Ritter Nicolaus Krummendiek, 1362 dessen Sohn Iven Krummendiek, darauf dessen Sohn Hartwig Krummendiek, 1424 Schack Krummendiek, Hartwig Krummendiek, gestorben in Prag, und dessen Bruder Detlev Krummendiek; darauf kam Drage an Henneke Sehestedt und noch vor 1562 an Wulf Sehestedt; sein Sohn Gabriel verkaufte es 1580 seinem Bruder Henneke, der es kurz darauf an Claus v. Ahlefeldt für 33.000 Reichsthaler(*) verkaufte und dieser überließ es 1581 für denselben Betrag an Balthasar v. Ahlefeldt zu Colmar, welcher das ehemalige Schloß erbauen ließ; 1626 erhielt es sein Schwiegersohn Detlef v. Rantzau zu Colmar, 1639 dessen Wittwe Dorothea geb. v. Ahlefeldt, 1647 ihr Schwiegersohn Graf Christian zu Rantzau auf Breitenburg, 1663 der Statthalter Detlef Graf zu Rantzau, 1697 dessen Sohn Christian Detlef, der 1721 meuchelmörderisch erschossen ward (siehe Breitenburg); darauf dessen Bruder Wilhelm Adolf Graf zu Rantzau, welcher als Gefangener auf Aggerhuus 1734 starb. Das Gut ward damals vom Könige sequestrirt und Christian VI., welcher sich hier 1745 eine Zeitlang aufhielt, schenkte es dem Statthalter, Markgrafen Friedrich Ernst v. Culmbach und legte dem vom Markgrafen neuerbauten Schlosse den Namen Friedrichsruhe bei, der aber für das Gut nicht in Gebrauch gekommen ist; nach des Markgrafen Tode fiel es an den König zurück. 1785 besaß es die verwittwete Königin Juliane Marie, darauf ihr Sohn der Erbprinz Friedrich, von dem es der König Christian VII. kaufte.

Dieses Gut contribuirt für 26 Pflug(*) und hat ein Areal von 11.504 Tonnen(*) a 260 Quadrath Ruthen(*), worunter Hölzung 1191 Tonnen 198 Quadrath Ruthen, Wiesen 649 Tonnen und Moor 45 Tonnen (4345 Steuertonnen, 309.060 Reichsthaler Reichs Mark Steuerwert).
Der Amtmann zu Steinburg ist seit 1824 Oberintendant des Guts, die Geschäfte, welche ihm als solchem zustehen, sind nicht speziell bestimmt, jedoch sind es in Kammersachen die nämlichen, welche er als Amtmann hat. Alle Justizsachen sind dem Justitiar übertragen; die Geschäfte der gutsherrlichen Obrigkeit und die Hebungen hat der Inspector. Das Gut Drage hat Anteil an dem Armenhause zu Heiligenstedten und außerdem sind hier folgende milde Stiftungen: die Ahlfeldt’sche für den Prediger in Hohenaspe mit einem Capitale von 6000 Mark Lübisch, von deren Stifter Balthasar v. Ahlefeldt auch der Kirche in Hohenaspe zwei in der Hollgrube belegene Stücke Land (5 Ton. 1 Sch. 13 R.) geschenkt sind, wovon die Revenüen an den Prediger und Organisten in gleicher Hälfte verteilt werden; die Markgräflich brandenburg-culmbachsche Stiftung für die Kirche, den Prediger und den Organisten zu Hohenaspe mit einem Capitale von 3000 Mark Lübisch.

Zum Gute gehören der vormalige Hof Drage mit den Parcelen auf den Hofländereien namentlich Friedrichsruhe, Brömsenknöll, Hanschenkamp, Lohfiert, Schünrehm, Thiergarten; die vormaligen Meierhöfe Christinenthal und Alt- und Neu-Böternhöfen und die Dörfer und einzelnen Stellen Edendorf (z.Thl.), Fuhlenhorn, Hadenfeldt, Hohenaspe (z.Tl.) mit Charlottenburg, vor Drage und Margaretenburg, Hohenwestedt (z.Thl.), Huje (z.Tl.) mit Stegkathe, Kaisborstel (z.Tl.) mit Kaisborstelerteich, Looft mit Heidkathe, Teichkathe und Kathstelle, Oldendorf (z.Tl.) mit Striepel, Ottenbüttel (z.Tl.), Peissen (z.Tl.) mit Peissenerpohl, Pöschendorf (z.Thl.), Reher mit Viehhorn, Ridders (z.Tl.) mit Schäferkathe, Rolloh und Saaren. Volkszahl: 2477 Personen. Das Hoffeld des Hofes Drage ist 1787 und 1788 parcelirt und Drage selbst besteht jetzt nur aus der Inspectoratswohnung (31Tonnen), verschiedenen Nebengebäuden, dem Gerichtsgebäude und der Stammparcele Friedrichsruhe; ferner Hegereuterwohnung am Thiergarten mit 42 Ton. 224 Q.R. Land, der Kathe Lohfiert oder Schäferei (vormals eine Schäferei) an der gleichnamigen Hölzung, der Kathe Schünrehm nördlich vom Hofe, der mit Krugfreiheit versehenen Erbpachtstelle Brömsenknöll östlich vom Hofe und 2 Kathen(*) nördlich von Drage Hanschenkamp (Hansche) genannt.

Drage liegt an der Hofau (siehe Beckau), über die hier 2 Brücken, bei Hanschenkamp die Hanschenbrücke und zwischen Drage und Hohenaspe die Hofbrücke führen. Einzelne Ländereien heißen Lohkamp, Kronsacker, Mühlenkoppel, Canalland, Großenhaber, Schünrehm, Hanschenkamp, Hörsterberg und Schünbeckswiese. Zwei Teiche heißen Kathstellenteich und Schünbecksteich. Die Hölzungen bestehen aus der Alten-Tannenkoppel von 34 Tonnen 12 Quadrat Ruthen, der Neuen-Tannenkoppel oder Lofiert von 614 Tonnen 52 Quadrat Ruthen dem Thiergarten von 394 Tonnen 130 Quadrat Ruthen und der Halloh von 149 Tonnen 4 Quadrat Ruthen.

Außer denselben liegen nördlich vom Hofe die Dragener Bondenhölzungen. Das Gehege Thiergarten war ehemals größer und mit einer hohen eichenen Einhegung umgeben. Auf dem Hofe war eine Fasanerie und Stuterei. – Das große vom Markgrafen Friedrich ausgebaute Schloß ward 1787 und 1788 abgebrochen; es war seiner bedeutenden Höhe wegen weit zu sehen und ein Theil seines Fundamentes sowie der Burggraben sind auf dem sogen. Schlossplatz südlich vom Hofe noch vorhanden. Auf der Feldmark liegen 2 Hünengräber; ehemals war ihre Zahl größer und es sind in demselben neben Urnen und alten Waffen spiralförmige Goldringe gefunden. Contribution 1198 Reichsthaler 64 Schilling R.M., Landsteuer 1287 Reichsthaler 35 Schilling R.M., Haussteuer 14 Reichsthaler 38 Schilling R.M.
Quelle: Joh. von Schröder, Topographie des Herzogth. Schleswig
Transcribtion des deutschen Textes: Ute Boock(*) Erklärungen für Begriffe mit diesem Hinweis (*), finden Sie hier .


Dransau (vormals Dransowe, Dranzowe, Transov), Dorf im Gute Neuhaus, Kirchspiel Gikau; enthält 8 Vollhufen (*) , 2 Halbhufen (*) , 6 Kathen (*) mit Land und 11 Instenstellen (*) mit Gärten. Drei Hufen heißen Hegbök, Fetthörn und Köhnerbrücke, und einzelne Kathen Theerkuhlen und Klinken. – Schule auf dem Klinken (120 Kinder). An der Industrieschule ist eine Lehrerin angestellt. – Areal: 567 Tonnen (*) 7 Scheffel (*) a 240 Quadrat Ruthen (*) (492 Steuertonnen (*) ). Der Boden ist grandigt und moorigt. – Dransau war ehemals ein Adelssitz im Besitz der Reventlow´s die hier 1272 angesessen waren und danach auch von Dranzowe genannt wurden; 1306 stifteten Ivan von Dranzowe, Nicolaus von Gikow und andere Adeliche ein Vicariat an der Gikauer Kirche, welches 1331 ihre Successoren Ivan von Reventlow und andere neu dotirten. Hartwig von Dransov und Hechardus von Transov werden im Kieler Stadtbuch von 1264 bis 1289 erwähnt. Der ehemalige runde Burgplatz auf der Bauervogtskoppel Großenhof ist schon seit längerer Zeit gänzlich geebnet; derselbe war mit einem Graben umgeben.
Quelle: Schröder&Biernatzki, Topographie von Holstein & Lauenburg
Transcribtion des deutschen Textes: Ute Boock(*) Erklärungen für Begriffe mit diesem Hinweis (*), finden Sie hier .


Duvenstedt Dorf 2 ½ Meilen (*) nordöstlich von Hamburg, im Gute Tangstedt, Kirchspiel Bergstedt. Es enthält 7 Vollhufen (*), 8 Halbhufen und 16 kleine Eigentumsstellen. Schule. Wirtshaus, Ziegelei. Mehrere Handwerker. Volkszahl: 345 Personen. Im Jahre 1275 verkauften die Gebrüder v. Heinbroke dem Harvstehuder Kloster hier 1 Hufe (*) Landes; auch hatte das Hamburger Capitel hier seit 1261 Zehnten und Kornhebungen (s. Tangstedt). Der Boden ist teils leichter, teils mittlerer Art; die Eingesessenen haben Anteil am sogenannten Duvenstedter-Brook , einem jenseits der Alster zwischen Wohldorf und Jersbek gelegenen großen unangebauten Bruchlande, welches zum Gute Tangstedt gehört, und dessen schon 1322 als den Dörfern Duvenstedt, Lehmsal und Mellingstedt zuständig gedacht wird. Über die Besitzanteile an demselben walten seit lange mancherlei Streitigkeiten mit der Gutsherrschaft ob. Am Wege von Duvenstedt nach Trillup liegt ein Hügel, welchen die Sage von Hexen bewohnt sein lässt.
Quelle: Schröder&Biernatzki, Topographie von Holstein & Lauenburg
Transcribtion des deutschen Textes: Ute Boock(*) Erklärungen für Begriffe mit diesem Hinweis (*), finden Sie hier .



Last Up-date:17.06.2007 © U.&W. Boock

Zurück zu den Topographien